Grußwort Auguste Willems

Auguste Willems

Liebe Forscherinnen und Forscher,
sehr geehrte Damen und Herren,



für die Wissenschaft braucht man einen langen Atem. Nicht nur, um zu brauchbaren Ergebnissen oder gar wissenschaftlichen Durchbrüchen zu kommen. Oft liegen die Herausforderungen in der eigenen Zunft, der Forschergemeinschaft. Sie steht neuen Wissenschaftsfeldern nicht selten misstrauisch gegenüber. So erging es den Chemienobelpreisträgern des letzten Jahres, Martin Karplus, Michael Levitt und Arieh Warshel. Sie entwickelten Programme, mit denen komplizierte chemische Prozesse wie die Abgasreinigung in einem Katalysator simuliert werden können. Es habe 25 bis 30 Jahre gedauert, sagte Martin Karplus in einem Interview, bis die "echten Chemiker" glaubten, dass die Programme nützlich seien.


In Ihrem jungen Forscherleben mussten Sie eine solche Zähigkeit noch nicht unter Beweis stellen. Aber Widerstände haben Sie bei Ihrem Jugend-forscht-Projekt vielleicht auch erlebt. Einen Lehrer, der Ihre Idee anfangs für abwegig hielt, oder Mitschüler, die sich wunderten, dass Sie lieber experimentieren als abends in die Disco zu gehen. Ausdauer und einen starken Willen – das haben Sie mit Ihren Arbeiten für Jugend forscht schon jetzt gezeigt. Ausdauer und einen starken Willen zeichnen auch WACKER aus: Seit 100 Jahren behauptet sich unser Unternehmen am Markt. Dass wir diesen runden Geburtstag in diesem Jahr feiern können, verdanken wir zu großen Teilen unserer Forschung und Entwicklung. Sie sind das Fundament, auf dem unser Unternehmen gegründet wurde.


Die naturwissenschaftlich-technische Bildung junger Menschen ist uns daher ein besonderes Anliegen. Denn sie sichert uns die Nachwuchskräfte, von denen es abhängt, ob wir auch in den nächsten 100 Jahren wettbewerbsfähige Produkte entwickeln. Die Wacker Chemie AG richtet in diesem Jahr zum neunten Mal den Jugend forscht Landeswettbewerb Bayern aus.


Ihnen, liebe Forscherinnen und Forscher, wünsche ich Glück und Gelingen für den Wettbewerb. Gewinner sind Sie auf jeden Fall, egal, ob Sie sich für den Bundeswettbewerb qualifizieren oder nicht. Sie haben Erfahrung, Freude und wahrscheinlich auch neue Freunde gewonnen. Das Motto des diesjährigen Wettbewerbs "Verwirkliche Deine Idee" soll Ihnen Mut machen, Ihre Pläne umzusetzen. Dass dies nicht nur für Sie als Wissenschaftler mühsam ist, sondern auch für Ihre Umgebung anstrengend sein kann, weiß Nobelpreisträger Karplus: "Es ist gut, wenn Kinder eigene Ideen haben und es den Eltern schwer machen – am Ende kommt vielleicht ein Nobelpreisträger raus."


Auguste Willems

Mitglied des Vorstands der Wacker Chemie AG