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Viele Sonnenuhren, die öffentliche Plätze und Fassaden schmücken, erfüllen oftmals ihren eigentlichen Zweck, die Zeit anzuzeigen, nur sehr unpräzise. Die Abweichungen gegenüber der „üblichen Zeit“ lassen sich meist dadurch begründen, dass zur Konstruktion einer exakten Sonnenuhr die Berücksichtigung der ellipsenförmigen Erdumlaufbahn und die Neigung der Erdachse in den Berechnungen erforderlich ist. Die vor einigen Jahren auf dem Aschaffenburger Theaterplatz errichtete Sonnenuhr erlaubt durch die Einbeziehung dieser astronomischen Einflüsse in die Ausgestaltung des Ziffernblatts prinzipiell eine genaue Zeitmessung. Erfahrungsgemäß ist es allerdings nur einem geringen Bruchteil der Betrachter möglich, aus der Lage des Schattens und der zusätzlichen Berücksichtigung zweier Rechenschritte auf die Uhrzeit zu schließen. Ohne Erklärungen und Vorwissen ist diese Uhr für die Allgemeinheit zur genauen Zeitmessung ungeeignet. Ziel dieser Arbeit ist es, nach eigenen Berechnungen eine Sonnenuhr herzustellen, die es jedem Betrachter erlaubt, die Zeit intuitiv und ohne Bedienungsanleitung wie bei einer Zeigeruhr möglichst auf die Minute genau abzulesen. Während bei der Aschaffenburger Sonnenuhr die Lage des Schattens eines einfach geformten Körpers in einem aufwändig berechneten gekrümmten System von Datums- und Stundenlinien über die Uhrzeit Auskunft gibt, wurde der Schattenwerfer der hier vorgestellten Sonnenuhr im gewissen Sinn umgekehrt aufgebaut: mit aufwändigen Berechnungen wird die spezielle Form des Schattenwerfers so gestaltet, dass die Zeit auf einem einfach eingeteilten - und dadurch leicht ablesbaren - Ziffernblatt minutengenau ablesbar wird. Dazu wurde ein Programm geschrieben, das die für die Konstruktion einer solchen Sonnenuhr erforderlichen Werte in Abhängigkeit vom Aufstellungsort ermittelt.
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