| Projektbeschreibung: | |
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Es ist ein zentrales Anliegen der geowissenschaftlichen Forschung, vergangene Klimasituationen so präzise wie nur möglich darstellen zu können. Dazu werden häufig Multi-Proxy-Ansätze verwendet, die Klimafaktoren indirekt wiedergeben, z.B. durch den Abstand der Jahresringe bei Bäumen. Es ist sinnvoll, möglichst viele dieser Proxies zu verwenden, um die Genauigkeit der Klimaschätzung zu erhöhen. In diesem Projekt wird dazu ein neuartiger Ansatz vorgestellt, der sich mit Flechten beschäftigt, einem symbiotisch lebenden Organismus aus Pilz und Alge. Es werden sowohl praktische Grundlagen vorgestellt, wie die Flechten bearbeitet wurden, als auch statistische Mittel (z.B. Korrelationskoeffizienten nach Pearson, Rang nach Spearman, LOWESS-Glättung) diskutiert. Dabei ist es ein primäres Anliegen, die These, Flechten seien als Klimaproxies verwendbar, zu belegen. Dies geschieht in der vorliegenden Arbeit in drei Argumentationsschritten. Die Erkenntnisse daraus erlauben es zudem, Theorien vorzuschlagen, die eine Lücke in der Flechtenforschung schließen könnten, nämlich wie Flechten überhaupt wachsen. Diese an sich in die Biologie einzuordnende Erkenntnis kann dazu genutzt werden, auf Sonderfälle bei der Untersuchung von Flechten zu reagieren. Es zeigte sich eine signifikante Korrelation einer Sinusintegration der unteren Rinde mit dem primär untersuchten Klimafaktor Temperatur. In Anlehnung an die Sklerochronologie und die Lichenometrie scheint es sinnvoll, die vorgestellte Methodik deshalb als Lichenochronologie zu bezeichnen. Sie könnte insbesondere in Anbetracht der Vielzahl und Verbreitung von Flechten selbst in extremen Klimazonen der Erde eine sinnvolle Ergänzung zu bisherigen Proxy-Ansätzen darstellen, zumal ihre Genauigkeit mit der Dendrochronologie vergleichbar ist bei einem gleichzeitig sehr viel größerem Zeitintervall. Während man mit Lebendmaterial bisher nur eine exakte Klimainformation über die vergangenen 1000 Jahre erhielt, ist es mit Flechten möglich, diesen Zeitraum auf bis zu 4000 Jahre auszudehnen. |
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