Fachgebiet: Biologie

Plastikmüll: Retten (Öko-) Kunststoffe die Welt?

Pius Johann Dischinger

Schule: Willstätter Gymnasium
Regionalwettbewerb: Mittelfranken

Projektbeschreibung

Die Verschmutzung der Meere ist ein allgegenwärtiges Thema, doch mir scheint, der Umgang damit ist nicht immer zielführend. Die riesigen Plastikinseln im Meer zeugen davon. Da der Plastikmüll überhandnimmt, finde ich es unbedingt notwendig, den ihn zu reduzieren.

Neben direkter Müllvermeidung gibt es bereits mehrere Ansätze wie Organisationssysteme zur Verringerung von Plastikmüll (z.B. Mehrwegsysteme) und auch alternative Verpackungsmaterialien wie Papier oder biologisch abbaubaren Kunststoff. Kritiker des ökologisch abbaubaren Biokunststoffs beanstanden die aus ihrer Sicht notwendige hohe Temperatur zur Verrottung, die lange Verrottungsdauer von zwölf Wochen wie auch den hohen Anteil petrochemischer Stoffe in vielen sogenannten Biokunststoffen. Meine Hypothese: Wenn Plastik verwendet werden muss, dann kann es nur verrottbarer Kunststoff sein, um die (Um-) Welt zu retten. Für meine Hypothese überprüfte ich die genannten Kritikpunkte im eigenen Gartenkompost. Zuerst definierte ich die Begrifflichkeiten der verschiedenen, häufig missverständlichen Arten der Biokunststoffe.

Ich stellte fest, dass der Begriff „Biokunststoff“ nicht präzise ist. Er lässt keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Materialzusammensetzung und die Entsorgung bzw. Verwertung des Kunststoffes zu. Außerdem verschaffte ich mir einen Überblick über die verschiedenen abbaubaren Kunststoffe. Um mir Fachwissen anzueignen, kontaktierte ich Anbieter und Hersteller und betrieb Literatur- und Internetrecherchen. Ich überprüfte im Feldversuch die Abbaufähigkeit von den als ökologisch abbaubar beschriebenen Kunststoffen und verglich diese mit zwei Proben aus konventionellem Plastik. Mein Hauptaugenmerk legte ich auf Verpackungstüten für Obst und Gemüse. Alle meine Versuchsobjekte stammten aus meinem Alltagsleben. Ich beobachtete in regelmäßigen Abständen über mehrere Monate hinweg deren aktiven bzw. nicht vorhandenen Verrottungsprozess.

Ergebnisse: 1. Eine der getesteten Tüten (Compostella) baute sich schnell ab. Auch die anderen Versuchsobjekte veränderten sich im Untersuchungszeitraum stark. (Bestätigt durch Infrarotspektroskopie, optisch bzw. haptisch.) 2. Kompostierbare Kunststoffverpackungen sind eine Alternative zu konventionellen Plastikverpackungen. 3. Kompostierbare Kunststoffe auf pflanzlicher bzw. Milchbasis zersetzen sich CO2-neutral und sollten auch in industriellen Kompostieranlagen zugelassen werden. Es zeigte sich, dass sich eine meiner Tüten (Compostella) schnell und auch im Hauskompost ökologisch abbaute. Dies hat auch mein naturwissenschaftlich exakter Versuch mittels Infrarotspektroskopie bestätigt.


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