Bayerische Jugend forscht Bundessieger feiern Erfolg bei der Europameisterschaft

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Die beiden 17-jährigen sichern sich somit ihr Ticket zur Mint-Weltmeisterschaft in den USA

Deutsches Team erringt drei Preise beim 34. European Union Contest for Young Scientists in Brüssel!

Beim 34. European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) in Brüssel sind die Bundessiegerinnen und Bundessieger von Jugend forscht mit insgesamt drei Preisen ausgezeichnet worden. Die Siegerehrung der MINT-Europameisterschaft 2023 fand am vergangenen Samstag in der Eventlocation „The Egg“ statt. Am EU-Wettbewerb der besten Talente in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) vom 12. bis 17. September nahmen 136 Jungforscherinnen und Jungforscher aus 36 Ländern teil. Die Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren präsentierten 85 Forschungsprojekte in neun Wettbewerbskategorien, die von einer Jury aus 22 internationalen Expertinnen und Experten bewertet wurden. Die deutschen Teilnehmenden hatten sich im Mai 2023 beim Jugend forscht Bundesfinale in Bremen für den diesjährigen EUCYS qualifiziert.

Bayerischer Triumph

Die Technik-Bundessieger Tim Arnold (17) vom Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach und Felix von Ludowig (17) von der Staatlichen Fachoberschule Aschaffenburg gewannen die Teilnahme an der Regeneron International Science and Engineering Fair 2024, der MINT-Weltmeisterschaft in den USA. Sie programmierten eine Smartphone-App, mit der sich Einsätze von Kameradrohnen auf unkomplizierte Weise planen und ausführen lassen. Um eine Mission vorzubereiten, wird die Flugroute in das System eingegeben. Während des Flugs prüft die Software, ob die ferngesteuerten Luftfahrzeuge ihren geplanten Strecken folgen, und wertet die Bilder der Drohnenkameras aus. Der Clou: Die App kann nicht nur die Miniflieger verwalten, sondern ermöglicht auch die Zusammenarbeit im Team.

Außerdem

Über einen dritten Preis freuten sich Emel Karahan (17) und Mert Kemal Uckan (17) vom Istanbul Erkek Lisesi. Die Biologie-Bundessieger nahmen den Umstand in den Blick, dass der Klimawandel Auswirkungen auch auf den spezifischen Verlauf der Evolution hat, da steigende Temperaturen für einzelne Individuen je nach genetischer Veranlagung einen Selektionsvorteil oder -nachteil zur Folge haben. Die beiden schrieben ein Programm zur Simulation solcher Entwicklungen am Beispiel des Reproduktionserfolgs von wechselwarmen Tieren. So konnten sie zeigen, wie sich genetische Veranlagungen von Populationen unter veränderten Temperaturbedingungen anpassen.

Charlotte Klar (18) und Katharina Austermann (18) vom Humboldt-Gymnasium Berlin erhielten den Sonderpreis des Instituts Laue-Langevin, verbunden mit einem einwöchigen Aufenthalt an dem internationalen Forschungszentrum in Grenoble. Die beiden gingen in ihrem Forschungsprojekt einem besonderen Phänomen auf den Grund. Wird Kohlenstoff erwärmt, kann er sich in eine spezielle Form umwandeln: pyrolytisches Grafit. Das Material zeigt eine besondere Eigenschaft. Es kann über einer schachbrettartigen Anordnung von Magneten schweben. Besonders interessierte die Gewinnerinnen des Preises des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit, ob sich der Schwebevorgang durch die Zufuhr von Wärme oder Kälte manipulieren lässt. Sie konnten nachweisen, dass die magnetischen Eigenschaften des Grafits tatsächlich von der Temperatur abhängen.

„Wir gratulieren unseren Bundessiegern zu ihren tollen Erfolgen auf europäischer Ebene“, sagt Dr. Sven Baszio, Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. „Unser Dank gilt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die unser Team bei der Vorbereitung auf den EU-Wettbewerb unterstützt hat.“