Höhepunkt einer jungen Forscherkarriere – Jugend forscht Bundessieger als Gast bei der Nobelpreisverleihung 2023

Nachwuchswissenschaftler Bastian Auer nimmt am Stockholm International Youth Science Seminar teil

Jugend forscht Bundessieger Bastian Auer (20) aus dem bayerischen Reischach war am Sonntag, 10. Dezember, live dabei, als der schwedische König die diesjährigen Nobelpreise verlieh. Der Jungforscher gehörte zu den mehr als 1 000 geladenen Gästen beim traditionellen Festakt im Konzerthaus in Stockholm. Für den Nachwuchswissenschaftler ist die Veranstaltung der krönende Abschluss einer erlebnisreichen Woche. Mit 17 weiteren jungen Talenten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) aus aller Welt nahm er am einwöchigen Stockholm International Youth Science Seminar (SIYSS) teil.

Bastian Auer gewann die Reise in die schwedische Hauptstadt beim 58. Bundesfinale von Jugend forscht Mitte Mai 2023 in Bremen als Sonderpreis des SIYSS Unga Forskare und der Ernst A. C. Lange-Stif­tung. Sein Forschungsprojekt wurde zudem mit einem Bundessieg – dem Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit – ausgezeichnet. Der Jungforscher entwickelte ein patientenschonendes EKG-Konzept: Um in der Notfallmedizin bei Betroffenen Herzrhythmusstörungen zu diagnostizieren, wird in der Regel ein komplexes Diagnostik-EKG benötigt, das aus zehn EKG-Elektroden besteht. In einer akuten Notfallsituation kann das Anlegen der Elektroden für Patientinnen und Patienten jedoch sehr zeitaufwendig und belastend sein. Bei Bastian Auers EKG-Konzept, bei dem er maschinelles Lernen mit künstlicher Intelligenz für medizinische Anwendungen kombinierte, müssen nur noch vier von zehn Elektroden angelegt werden. Neuronale Netzwerke rekonstruieren die fehlenden Signale der sechs schwerer anzubringenden Elektroden für ein vollständiges und störungsfreies Diagnostik-EKG.

Nach der Nobelpreisverleihung nahm Bastian Auer mit den Laureatinnen und Laureaten sowie weiteren geladenen Gästen am traditionellen Bankett teil. Anschließend ging es im Frack zum festlichen Ball im Stockholmer Rathaus. Beim SIYSS haben die MINT-Talente in den vergangenen Tagen bereits ein attraktives wissen­schaftliches und kulturelles Programm absolviert.

"Die Teilnahme an der Nobelpreisverleihung ist für unseren Bundessieger ohne Zweifel der Höhepunkt seines außerordentlich erfolgreichen Jugend forscht Jahres", sagt OStDin Katarina Keck, Geschäftsführende Vorständin der Stiftung Jugend forscht e. V. "Ich bin mir sicher, dass die Erfahrung, mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen, als besondere Motivation wirkt, selbst eine Karriere im MINT-Bereich einzuschlagen."