Ab Samstag, 9. Mai 2026, vertreten elf Preisträgerinnen und Preisträger von Jugend forscht Deutschland bei der Regeneron International Science and Engineering Fair (Regeneron ISEF) in Phoenix, Arizona. Bei der 76. Auflage des weltweit größten vorakademischen Wissenschaftswettbewerbs treten sie gegen mehr als 1 600 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 60 Ländern an. Das deutsche Team präsentiert im Phoenix Convention Center acht Forschungsprojekte. In insgesamt 22 naturwissenschaftlich-technischen Kategorien konkurrieren die MINT-Talente um Preise und Stipendien im Gesamtwert von rund neun Millionen US-Dollar. Die Siegerinnen und Sieger werden am Freitag, 15. Mai 2026, um 18 Uhr (MESZ) bekannt gegeben. 

Die deutschen Teilnehmenden qualifizierten sich beim Jugend forscht Bundesfinale 2025 für die diesjährige Regeneron ISEF: Einer von ihnen ist Simon Neuenhausen (18) aus Neuss. Der Jungforscher öffnete die bislang weitgehend abgeschlossene WLAN-Funktion eines günstigen ESP32-Chips. Er analysierte den Code und entwickelte eine frei zugängliche Software, mit der sich Netzwerke einrichten, Anwendungen testen und Sicherheitslücken identifizieren lassen – ohne teure Spezialhardware. Misha Hegde (16) und Mia Maurer (16) aus Seeheim-Jugenheim isolierten aus Gartenboden Bakteriophagen, die gezielt Bakterien befallen. Sie reinigten, vermehrten und analysierten die Viren genetisch und identifizierten einen neuen Phagen. Anschließend testeten sie, ob er Pflanzenkrankheiten biologisch bekämpfen kann. 

Elisabeth Fischermann (18) und Tom Kreßbach (18) aus Obernburg entwickelten eine essbare Batterie für medizinische Sensorsysteme. Aus lebensmitteltauglichen Stoffen wie Cystein, Aktivkohle, Stärke und Zitronensäure bauten sie wiederaufladbare Zellen mit Wursthaut-Membran – ein wichtiger Schritt zu verdaulicher Diagnosetechnik. Mads Rabbel (19) aus Rostock untersuchte theoretische Konzepte eines Warp-Antriebs. Auf Basis der Relativitätstheorie modellierte und simulierte er, wie der Raum vor einem Raumschiff schrumpfen und dahinter expandieren müsste, um Überlichtgeschwindigkeit zu ermöglichen – und wie ein solches Raumschiff Außenstehenden erscheinen würde. 

Sienna Drack (17) und Claire Dillmann (18) aus München initiierten ein Citizen-Science-Projekt: Dabei fotografierten Bürgerinnen und Bürger die Reflexion des Erdlichts auf der Mondoberfläche mit ihren Smartphones. Die Farbanteile der Bilder lieferten Hinweise auf Vegetationsveränderungen. Die so gewonnenen Daten können satellitengestützte Umweltbeobachtungen ergänzen. Louis Schwarzlose (18) aus Hamburg konstruierte eine mobile Forschungsboje, die sich per GPS autonom steuern lässt. Die Energie für den Betrieb liefern Sonne, Wind und Wellen. Mit der Boje können künftig auch an schwer zugänglichen Gewässerstellen Umweltsensoren flexibel eingesetzt werden. 

Jonathan Baschek (17) aus Koblenz entwickelte eine kostengünstige, modulare Datenbrille. Sensoren und ein Mikrochip projizieren Informationen wie bei einem Head-upDisplay ins Sichtfeld, während ein angeschlossener PC die Rechenarbeit übernimmt. Gehäuse und Elektronik entstanden im 3D-Druck. Steuerbar ist die Brille über eine eigene Software. Chenpan Li (18) aus Dresden entwarf eine KI, die mittels optischer Kohärenztomografie entstandene Aufnahmen des Mittelohrs mit einem Modell vergleicht und fehlende oder verrauschte Bildbereiche ergänzt. Trainiert mit künstlich erzeugten Daten rekonstruiert das System das Mittelohr präzise und hilft, krankhafte Veränderungen zuverlässiger zu erkennen.

Kurzbeschreibungen der Forschungsprojekte und druckfähige Fotos aller Teilnehmenden gibt es unter www.jugend-forscht.de/projektdatenbank. 

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